Biennales Festival für audiovisuelle Kunst im Hochmoor Gais AR
2. – 12. September 2021
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Zum Programm 2021

Wir freuen uns sehr, dass es nach 2017 und 2019 auch bei der dritten Ausgabe von KLANG MOOR SCHOPFE gelungen ist, renommierte nationale und internationale Klangkünstler*innen für die Idee des Festivals zu begeistern. Zwölf ursprünglich landwirtschaftlich genutzte Schöpfe in der Moorlandschaft von Gais werden von den Künstler*innen mit einer ortspezifischen und eigens für das Festival konzipierten Klanginstallation bespielt. Die im Rahmen einer Carte blanche entstandenen Werke repräsentieren ein attraktives Spektrum zeitgenössischer Klangkunst.

Sie bringen die Schöpfe zum Klingen

Folgende internationale Künstler*innen realisieren eine Installation: der japanische Multimediakünstler und Pionier der digitalen audiovisuellen Kunst Ryoichi Kurokawa; die ebenfalls aus Japan stammende Künstlerin, Performerin und Musikerin Rie Nakajima, deren Arbeiten mit kleinen klangerzeugenden Alltagsobjekten weltweit gezeigt werden; der renommierte Berliner Klangkünstler und Musiker Alva Noto, der zusammen mit dem in Gais lebenden Maler Albert Oehlen einen Schopf bespielt, sowie die Wiener Video- und Performancekünstlerin Billy Roisz, die an der Schnittstelle von Bild und Ton arbeitet.

 

Ästhetisch und formal höchst unterschiedlich sind auch die Positionen der beteiligten Klangkünstler*innen aus der Schweiz: das Architekten-Musiker-Duo Cod.Act aus Le Locle wurde für seine kinetischen Klangskulpturen 2019 mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet; Benoît Renaudin aus Genf realisiert interaktive Klanginstallationen an der Schnittstelle von Mensch und Maschine; die in Bern lebende Komponistin und Klangforscherin Cathy van Eck setzt Gesten mit Klängen in eine Beziehung; die zunehmende Künstlichkeit der Natur ist zentrales Thema der Bündner Videokünstlerin Ursula Palla; der Berner Schlagzeuger Julian Sartorius erkundet die verborgene Klangwelt vorgefundener Objekte; Marcus Maeder, Künstler und ETH-Wissenschaftler, lässt Natur- und Klimaphänomene hörbar werden. Im Kollektiv kreieren die Klangkünstler*innen A Frei und Franziska Koch (OOR Saloon, Zürich) zusammen mit Nelson Irsapoullé, Tracy September und Vivian Wang eine Installation und Listening-Übungen rund um relationales und situiertes Zuhören; während das Zürcher Duo bittelangsam räumliche, visuelle und auditive Elemente zu atmosphärischen Klangskulpturen verwebt. Mit vorgefundenem Klangmaterial arbeiten auch Fresco/Sommer aus Zürich. Ihre «Found Sounds»-Installation ist in der Geschirrabteilung der Brockenstube Gais zu sehen. Damit umfasst das Festival erstmals einen Off-Space im Dorf Gais.

Rahmenprogramm mit über 50 Veranstaltungen

Die Präsentation der künstlerischen Arbeiten in den Schöpfen wird vertieft und erweitert mit über 50 Veranstaltungen. Das reichhaltige Angebot mit Konzerten, Live-Performances, Artist Talks, einer Video Night, Podcasts, Sound Walks und Führungen zu den Schöpfen ermöglichen dem Publikum, die Künstler*innen und ihr Schaffen über die Installation hinaus kennenzulernen. So zeigt zum Beispiel Rie Nakajima nicht nur eine ihrer wunderbar verspielten Installationen, sondern gibt darüber hinaus auch in einer Solo-Klangperformance, im Duo mit dem belgischen Künstler Pierre Berthet, an der Video-Night sowie in einem Artist Talk Einblick in ihre Arbeit.

 

Die Moorlandschaft, in der die Schöpfe stehen, ist integraler Teil des Festivals. Mit einer botanischen Führung (Mo 6.9.), Audio-Lectures über Vogelstimmen (Fr 3.9. / Mi 8.9. / Do 9.9. und Fr 10.9.) sowie einem Podiumsgespräch zur Nutzung der Moorlandschaften (Di 7.9.) wird diesem Aspekt auch im Rahmenprogramm Rechnung getragen.

 

Weitere Highlights sind das Eröffnungskonzert mit dem innovativen Kontrabassisten Barry Guy, dem Gründer des London Jazz Composers Orchestra (Do 2.9.); die Carte blanche an das Genfer Festival Archipel, das mit sechs Konzerten wichtige Exponent*innen der Westschweizer Experimental-Musik-Szene präsentiert (Sa 4.9.); der neue Stummfilm «yellow movie» von Albert Oehlen, musikalisch begleitet von Norbert Möslang (Fr 10.9.); die Soundwalks durchs Moor mit Julian Sartorius (Mi 8.9.) oder mit dem Öko-Akustiker Marcus Maeder (Sa 11. und So 12.9.) sowie die Workshops für Kinder und Familien mit dem Bieler Klangtüftler Philipp Läng (Sa 4. und 11.9., So 5. und 12.9.)

 

Der niederschwellige Zugang zu Klangkunst ist der Festivalleitung ein wichtiges Anliegen. Der Besuch einer Rahmenveranstaltung lässt sich dieses Jahr noch einfacher mit dem Rundgang zu den Schöpfen verbinden: Die Veranstaltungen finden mehrheitlich während der Öffnungszeiten der Installationen statt und dauern bis auf wenige Ausnahmen 30 Minuten.

 

Mehr zum Rahmenprogramm

 

Gais, 30. Juni 2021

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